Bingo, ein junger Bretonenrüde, saß in Norditalien in einem öffentlichen Tierheim und alles um ihn
herum machte ihm Angst und verunsicherte ihn - der Lärm, die unzähligen anderen Hunde, die Unruhe.
Leider wissen wir nicht, wie oder warum er in diese unglückselige Situation gekommen war, denn eigentlich ist er
doch nur ein freundlicher kleiner Hundejunge.
8. Januar 2008:
Bingo leidet entsetzlich im Tierheim. Nachts ist es minus 15 Grad kalt und der dünnfellige Hund zittert vor
Kälte. Er ist so verängstigt, dass er nicht einmal mehr Streicheleinheiten wirklich genießen kann.
Außerdem verliert er zunehmend an Gewicht und ist mittlerweile rappeldürr, so dass man alle seine Rippen
sehen kann.
Bingo kommt mit dem Stress im Tierheim überhaupt nicht klar und braucht DRINGEND ein warmes Plätzchen bei
einfühlsamen Menschen! Sonst besteht die Gefahr, dass er den Winter in Mailand nicht überlebt.
Mai 2009:
Bingo ist nun seit Ende Februar auf einer Pflegestelle im Großraum Dortmund, wo er sich langsam zu einem Traumhund
entwickelt hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Sauberkeit weiß er nun, dass Pipi-machen im
Kinderzimmer nicht so gern gesehen ist und er meldet sich, wenn er mal raus muss.
Auch sonst hat er schon viel gelernt: Er kann - zumindest in wildarmen Gebieten - abgeleint werden und ist auf Pfiff schnell
wie der Blitz wieder da. Er mag Kinder und alle anderen Hunde, bewacht aber das Grundstück, unbemerkt kann sich niemand
nähern, ohne dass Bingo Bescheid gibt. Aber auch dann ist er auf Befehl sofort wieder still und freut sich, dass er
seine Menschen informieren durfte.
Er ist hochsportlich, läuft mit wachsender Begeisterung am Fahrrad und hat durch das Training auch schon an
Gewicht zugelegt. Hauptsächlich allerdings in Form von Muskulatur.
Nun suchen wir für Bingo eine eigene Familie. Diese muss natürlich ebenso sportlich sein wie Bingo, viel
draußen sein und Bewegung lieben. Auch muss er kopfmäßig gefordert werden, mit Agility oder
Fährtenarbeit und auch sonst mag er Beschäftigung. Dafür gibt er Zuhause alle Liebe, die man von einem Hund
erwarten kann, er liebt seine Schmuseeinheiten und die Tatsache, einfach nur bei seinen Menschen zu sein.
Überhaupt ist
er eher anspruchslos, ein schattiges Plätzchen im Blumenbeet - wenn alle Menschen in seiner Nähe sind - reicht
ihm völlig aus, um ein gemütliches Nickerchen zu machen.
Alles in allem ist Bingo ein toller Hund, ein Powerpaket und Schmusebär, der seinen neuen Leuten noch viele Jahre
ein treuer Begleiter sein wird.
Ein Besuch auf der Pflegestelle ist natürlich jederzeit möglich.
14. Juli 2009
Bingo hat sich in der Zwischenzeit vom Aussehen her zu einem stattlichen Rüden gemausert, obwohl er im Grunde seines Wesens
doch noch sehr verspielt und jungenhaft ist.
Er liebt es, den ganzen Tag im Freien zu verbringen. Nur wenn es draußen allzu heiß wird, kommt er ins Haus, um sich
auf dem Fliesenboden abzukühlen. Aber immer nur kurz, dann rennt er schon wieder in den Garten. Mit seinem Hundekumpel auf
der Pflegestelle ist er den ganzen Tag in Bewegung und er fordert die täglichen Runden, die er abends am Fahrrad laufen
darf, inzwischen auch ein. Sobald er merkt, dass das Fahrrad aus dem Schuppen geholt wird, kann er sich vor Freude schier gar
nicht mehr einkriegen.
Fällt das Bewegungsprogramm für seinen Geschmack zu kurz aus, sucht er sich selber "passenden" Ausgleich, was
sich dann nicht immer mit den Vorstellungen der Pflegeeltern deckt ;-).
Wenn man Bingo aber seinen Anlagen entsprechend ausreichend geistig und körperlich fordert, dann ist er einfach rundherum
ein Traumhund: anhänglich, verschmust, freundlich, verträglich mit allen anderen Hunden und Menschen!
Bingo hat seine Pflegeeltern in der Zwischenzeit so sehr für sich einnehmen können,
dass er bei ihnen in der Nähe von Dortmund bleiben darf.
Vermittelt am 13. Dezember 2009