Von Blikys Vergangenheit wissen wir nur sehr wenig, nicht einmal ihr Alter ist wirklich bekannt. Wenn man die kleine Hundedame
kennen lernt, denkt man, dass sie uralt sein muss. Aber die Tierärzte sind sich einig, dass sie die 10 Jahre wohl noch
nicht einmal erreicht hat.
Sie wurde im Jahr 2007 in einem Privattierheim abgegeben, einer Institution, die die Bezeichnung 'Heim' nicht mit einem einzigen
Buchstaben verdient. Die Hunde leben dort zusammengepfercht in Dreck, Angst und dauerndem Stress. Aggressionen unter den Hunden sind
an der Tagesordnung, Futter ist knapp, medizinische Versorgung gleich null, Schlafplätze gibt es nicht, genauso wenig wie
Zuwendung oder irgend eine positive Ansprache durch Menschen. Dafür sind Anbrüllen und Schläge an der Tagesordnung.
In solch einer Umgebung gewinnt der Stärkste. Zu denen gehörte Bliky aber nie: Sie ist nicht nur klein, schwach und sehr
hilfsbedürftig - Bliky ist blind!
Wie sie es geschafft hat, mit ihrem Handicap in dieser Umgebung zu überleben, wird immer ein Rätsel bleiben. Wenn man von
Überleben überhaupt reden kann. Als sie Anfang Oktober zum ersten Mal in ihrem Leben Glück hatte und in unser Tierheim
überstellt wurde, war von Bliky fast nichts mehr übrig. Ihr gesamter Zustand war katastrophal. Sie zitterte und bebte
ununterbrochen am ganzen Körper und schien vor Angst zu vergehen. Sobald sie eine menschliche Stimme hörte, zuckte sie
zusammen und wollte sich nur noch verkriechen. Wenn man sie nicht daran hinderte, kauerte sie in der letzten Ecke ihres Geheges wie
ein geschlagener Hund. Vermutlich war sie das auch jahrelang gewesen.
Langsam entspannt sich ihr Verhalten und sie gewöhnt sich an den neuen Tierheimalltag. Sie hat Vertrauen zu ihrer Pflegerin
Patricia gefasst und versucht, immer in ihrer Nähe zu sein. Patricia begleitet sie auf den Spaziergängen und hält sie im
Arm, wann immer es ihre Zeit zulässt. Vermutlich zum ersten Mal in ihrem Leben bekommt Bliky von einem Menschen Liebe, Nähe
und Zuwendung. Sie saugt das in sich auf wie eine Verdurstende und bedankt sich mit einer rührenden Anhänglichkeit.
Bliky braucht dringend die Möglichkeit, das Tierheim zu verlassen. Durch ihre Blindheit hat sie keine Möglichkeit, sich in
der fremden und für sie ungeheuer beängstigenden Umgebung zurecht zu finden. Alles versetzt sie in Panik: die Hunde, der
Lärm, menschliche Stimmen, die sie nicht kennt. Bliky muss in eine ruhige Umgebung, in der sie sich sicher und geborgen fühlen
kann, in der sie die Möglichkeit hat, Vertrauen zu ihren Menschen aufzubauen und die Schrecken der letzten Jahre hinter sich lassen
kann.
Sie ist an sich verträglich mit allen anderen Hunden, hat allerdings berechtigte Angst vor ungestümer Annäherung, da
sie nicht mehr ausweichen kann. Kleine Kinder in ihrer Umgebung machen wenig Sinn. Am liebsten hätte sie einen ruhigen Haushalt
mit ritualisiertem Alltag, der ihr die Sicherheit gibt, trotz ihrer Blindheit klar kommen zu können.
Für Bliky würden wir uns auch über eine Pflegestelle freuen, die der Kleinen die Möglichkeit gibt, das Canile hinter
sich zu lassen. Ein wenig Erfahrung mit ihrer Behinderung sollte dort allerdings vorhanden sein. Und natürlich haufenweise Liebe,
Zeit, Geduld und Verständnis für ihre gequälte Seele. Bitte helfen Sie ihr!
Dezember 2011:
Nun hat auch die kleine Bliky endlich einmal ein wenig Glück:
Joyce erweitert ihre Patenschaft und wird sich
neben Terza nun auch um Bliky und Paurosa kümmern.
Ganz vielen Dank an Joyce, die Hunde wissen es zu schätzen!
8. Dezember 2011
Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Bliky hat durchaus noch mehr Zähne im Maul als man durch die Bilder
vermuten würde

. Lediglich die Schneidezähne
im Unterkiefer fehlen, alle anderen sind vorhanden. Nur zwei sind halt so vorwitzig, dass sie heraus stehen und sich optisch arg in
den Vordergrund drängen.
Wir haben mit Bliky mittlerweile auch ausprobiert, ob sie an der Leine läuft: EINWANDFREI! Sie hat sofort verstanden, was wir
von ihr wollten. Die kleine Dame ist in jeder Hinsicht ein Schatz und macht fröhlich alles mit, was man von ihr erwartet.
Allerdings sollte sie dauerhaft lieber ein Geschirr tragen, aber das war in ihrer Größe im Tierheim grad nicht vorrätig.
Was Bliky allerdings noch gar nicht kennt sind Katzen. Mit den Samtpfoten müsste sie daher sehr vorsichtig zusammengeführt
werden, weil sie ihre Körpersprache nicht erkennen kann und nicht weiß, wie diese doch etwas anderen "Hunde"
reagieren. Aber ein Problem sollte es mit ein wenig Fingerspitzengefühl hierbei auch nicht geben.
Bliky tappst ab sofort vorsichtig durch ihr neues Leben. Ihre neues Frauchen in Bad Bevensen hilft ihr dabei.
Vermittelt im Dezember 2011