Tierspielzeug zu Weihnachten? Vorsicht!
Wer einen Vierbeiner besitzt, kauft ihm in der Regel auch Spielzeug. Das untermauern Zahlen, die der Zentralverband
Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) erhoben hat.
"Tierspielzeug ist ein starker Umsatzbringer", sagt Jörg Türk, stellvertretender Geschäftsführer
des ZZF, und er verhehlt auch nicht die Schattenseiten des Gewerbes: "Es ist ein Problem, dass vieles auf den Markt kommt,
das mit dem Tierschutz nicht ganz vereinbar ist." Dem versucht der ZZF zusammen mit dem Industrieverband Heimtierbedarf
(IVH), mit einer "Checkliste über tierschutzwidriges Zubehör" entgegenzusteuern. Im Netz zu finden unter
www.zzf.de -> Tier-/Naturschutz.
aus dem ÖKO-Test Jahrbuch 2008:
"ÖKO-TEST wollte wissen, welche Schadstoffe in Tierspielsachen für Hunde und Katzen stecken. Dafür haben wir
17 Produkte eingekauft und in verschiedenen Testlaboren untersuchen lassen.
Das Testergebnis
Die meisten Tierspielsachen gehören nicht in die Pfoten, geschweige denn zwischen die Zähne von Tieren: Mehr als
die Hälfte der Produkte ist so stark mit Schadstoffen belastet, dass sie mit "ungenügend" oder "mangelhaft"
abschneidet. Bei lediglich drei Spielsachen können wir im Hinblick auf die Inhaltsstoffe ein "sehr gut" oder
"gut" attestieren. Die Mehrheit der Produkte enthält zumindest Spuren polyzyklischer aromatischer
Kohlenwasserstoffe (PAK). In zwei Spielsachen stecken problematische Konzentrationen des zu dieser Stoffgruppe gehörenden
Benzo(a)pyren, das sich im Tierversuch erwiesenermaßen als krebserzeugend, erbgutverändernd und fruchtschädigend
herausgestellt hat. Daneben fanden sich weitere PAK, die die US-Umweltbehörde EPA in eine 16 Verbindungen umfassende Liste
aufgenommen hat.
In fünf Produkten fand das Testlabor große Mengen bedenklicher Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate. Während
die meisten Verbindungen in Kinderspielzeug verboten sind, fehlen für Tierspielsachen entsprechende Regelungen.
Problematisch ist dies auch, da zwischen Mensch und Hunden sowie Katzen nach Auskunft der Tierärztlichen Hochschule
Hannover kein großer Unterschied in der Schadstoffverträglichkeit besteht.
In drei Produkten fand das Testlabor hohe Mengen Bisphenol A oder Nonylphenol. Bisphenol A wirkt im Tierversuch hormonell.
In sehr geringer Konzentration hat sich die Substanz zudem in einer Einzelstudie auch als erbgutschädigend erwiesen.
Nonylphenol greift die Haut an, wirkt im Körper als Hormon und wird für Missbildungen und Fruchtbarkeitsstörungen
verantwortlich gemacht."
ökotest-jahrbuch 2008