24. März 2009
Petition für das Verbot von Langzeit-Tiertransporten in der EU
Das neue Mittel macht Krebszellen zudem empfänglicher für andere Antitumormedikamente und
verursacht nahezu keine Nebenwirkungen, versprechen die Wissenschaftler. Nach den positiven Ergebnissen
bei den Tieren wolle man das Mittel nun möglichst bald beim Menschen testen, berichten Joseph Bauer
und seine Kollegen.
Hund Oscar litt an einem aggressiven Tumor
und sollte nur noch drei Monate zu leben haben.
Dank eines neuen Wirkstoffs ging es ihm
schon nach kurzer Zeit wesentlich besser.
Foto: Crandall B. Huckins
Als eine Art Trojanisches Pferd bezeichnen die Forscher die Wirkungsweise von NO-Cbl: Tumorzellen
benötigen aufgrund ihrer schnellen Vermehrung sehr viel Vitamin B12, deshalb entwickeln sie besonders
viele Andockstellen für diese Moleküle. Wird nun ein Wirkstoff an ein Vitamin B12-Molekül
gekoppelt, wird er für die Krebszellen geradezu unsichtbar und gelangt ungehindert ins Innere der Zellen.
Bereits seit 1950 versuchen Forscher, diese Schwäche der Krebszellen auszunutzen. Bauer und seinem Team
gelang dies nun, indem sie über Vitamin B12 Stickstoffmonoxid in die Zellen einschleusten.
Getestet haben sie die neue Verbindung bereits an drei todkranken Hunden. Die Besitzer der Tiere hatten sich
an das Institut gewendet, weil den Tieren bis dato weder Chemotherapie noch Bestrahlung geholfen hatten.
Das erste Versuchstier, der Bichon Frisé Oscar, litt an Analbeutel-Drüsenkrebs, konnte nicht
mehr laufen und hätte eigentlich nur noch wenige Monate zu leben gehabt. Nachdem er zwei Wochen lang mit
NO-Cbl behandelt worden war, lief er bereits wieder herum. Nach 15 Monaten war der Haupttumor um 43 Prozent
zurückgegangen.
Auch zwei weitere Hunde sprachen gut auf die Behandlung an: Bei einem Riesenschnauzer mit
Schilddrüsenkrebs ging der Tumor nach 10 Monaten um 77 Prozent zurück, bei einem Golden Retriever
mit peripherem Nervenscheidentumor war nach neun Monaten eine Tumorrückbildung um 39 Prozent zu
beobachten. Studienleiter Bauer betont, dass Hunde besonders viele Rückschlüsse auf die Wirksamkeit
eines Wirkstoffes beim Menschen zulassen, da sie den gleichen äußeren Bedingungen ausgesetzt sind.
Joseph A. Bauer (Taussig Cancer Institute, Cleveland) et al.: Vortrag auf dem Jahrestreffen der
American Chemical Society in Salt Lake City
Quelle: wissenschaft.de Mascha Schacht
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/drucken/301822.html
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