Italienische Hundekonzentrationslager – unfassbares Leid mitten in Europa
Sicherlich gibt es auch in Italien Hundeheime wie unser Canalba: verantwortungsvoll geführt von wirklichen Tierschützern,
medizinisch gut betreut von Veterinären und Gesundheitsbehörden, liebevoll versorgt von Pflegern mit
Einfühlungsvermögen für die Tiere. Und mit einer Chance auf ein eigenes, neues Zuhause für die Tiere. Aber das ist
eine Seltenheit und nur wenigen Hunden ist das Glück vorbehalten, so untergebracht zu sein.
Die Normalität sieht anders aus: Tierhöllen mit hunderten, ja sogar tausenden von Hunden, zusammengepfercht auf engstem Raum,
bis zu den Knöcheln im eigenen Kot und Dreck, krank, verletzt, ohne medizinische Versorgung, am Verhungern und Verdursten, betreut
von nur wenigen meist nordafrikanischen Billigkräften ohne Herz und Mitleid, getreten, gebissen, geschunden – ausgeliefert einem
unendlich grausamen, jahrelangen Dahinsiechen und Sterben.
Möglich gemacht werden diese Tierhöllen durch eine italienische Gesetzgebung, die Betreibern von privaten Tierheimen seit den
1990er Jahren unter bestimmten Bedingungen staatliche Subventionen in Höhe von 1 – 4 Euro pro Tag und Hund zusichern. Ein lukratives
Geschäft ohne Risiko, denn der Secondhand-Hund hat in Italien keinerlei Lobby.
Das Ergebnis dieser Gesetzgebung hätte vorhersehbar sein sollen: Betreiber solcher Hundeheime haben kein Interesse daran, auch nur
einen Pfennig mehr in die ihnen 'anvertrauten' Tiere zu investieren, als irgend nötig. Ein Hund ist für sie nur solange von
Wert, solange er lebt, nichts kostet und sich vermehrt. Fazit: Die Tiere bekommen so wenig wie möglich zu fressen, denn es reicht,
wenn sie gerade überleben. Sie bekommen kaum Wasser, denn Wasser ist in Italien teuer. Eine medizinische Betreuung existiert nicht.
Kastrationen entfallen, denn sich vermehrende Hunde erzeugen gewinnbringenden Nachschub. Zur Versorgung - wenn man sie überhaupt
noch als solche bezeichnen kann - wird nur so wenig wie möglich billigstes Personal eingestellt.
Und: Der Weg in eine solche Hundehölle ist ein One-Way-Trip für die Tiere. Sie werden sie nie wieder verlassen, bekommen nie
mehr die Chance auf ein Zuhause, auf ein Leben in Würde und Freiheit. Sie warten dort unter grausamsten Bedingungen lebenslang auf
einen gnädigen Tod.
Um die Situation zu verdeutlichen und auch deutschen Tierschützern einen Weg zu zeigen, wie sie helfen können, möchten
wir hier näher auf zwei aktuelle Brennpunkte des italienischen Tierschutzes eingehen:
Brennpunkt Nr. 1: Die Hundehölle Oasi San Leo in Cicerale
Das Massentierheim Oasi San Leo in Cicerale (Nahe Salerno) wurde 1980 eröffnet. Hier werden bis zu 2.000 Hunde auf engstem Raum
gehalten, grundsätzlich ohne ausreichend Wasser und Futter, ohne Schutz vor Sonne oder der Winterwitterung. Die Hündinnen
sind ununterbrochen trächtig und gebären Nachwuchs. Alte, kranke und schwache Hunde werden bedenkenlos mit aggressiven zusammen
gesperrt, so dass aufgrund des Futtermangels Kannibalismus an der Tagesordnung ist. Noch nie ist ein Hund lebend aus dieser Hölle
wieder herausgekommen, nahezu alle sind verletzt, krank oder leidend. Sogar rechtmäßige Besitzer, denen ihre Tiere entlaufen
waren und die sie dort wieder fanden, hatten keine Chance, die Hunde zurück zu bekommen.
Schon in den 80er Jahren gab es massivste Proteste gegen dieses Hundekonzentrationslager, die nach jahrelangen Interventionen der dortigen
Tierschützer dazu führten, dass es vor ca. einem halben Jahr aufgrund der desolaten Verhältnisse geschlossen wurde.
Am 20. Juli 2009 durfte es seine Pforten allerdings wieder öffnen. Nun versuchen die italienischen Tierschützer verzweifelt,
eine endgültige Schließung zu erwirken. Einen Ausschnitt ihrer Arbeit und Bilder aus dem Canile zeigt eindrucksvoll das
nachfolgende Video, das in großen Teilen mit versteckter Kamera gedreht wurde:
Mit Ihrer Unterschrift unter die Petition zur
Schließung von Oasi San Leo können Sie helfen, das Leid der dortigen Tiere zu beenden.
Brennpunkt Nr. 2: Die Hundehölle von Apulien
Unvorstellbares Leid für herrenlose Hunde herrscht in Apulien, im Süden Italiens. Dort existieren die meisten und
größten Hundekonzentrationslager (es sind weit über 100), in denen über 60.000 Hunde unter katastrophalen Bedingungen
vor sich hin vegetieren und auf den Tod warten. Ebenso viele leben noch frei auf den Straßen und Müllhalden, in Wäldern
und an Stränden.
Gewalt gegen die Tiere ist an der Tagesordnung, sogar mit behördlicher Genehmigung. So hat z.B. in Lecce der dortige
Tierheimbetreiber mit Hilfe des Amtstierarztes mehr als 200 Hunden die Stimmbänder durchgeschnitten, weil sich die Anwohner
über das ununterbrochene Gebell beschwerten.
Mit dem Leid dieser Tiere machen wenige 'Unternehmer' einen sagenhaften Profit: Jährlich fast 50 Millionen Euro bringt ihnen das
'Geschäft' mit dem Tierschutz ein. Der Kampf der dortigen Tierschützer ist völlig aussichtslos, angesichts solch
ungeheurer Summen, mit denen sich die Tierheimbetreiber Apuliens bereichern.
Mehr als alle Worte sagen die folgenden drei Videos (mit deutschen Untertiteln): Die Hundehölle von Apulien Teil 1 - 3
Nähere Informationen und Hinweise, wie Sie helfen können, finden sie bei folgenden Organisationen:
Tierärzte Im Einsatz
Zusammenschluss von Tierärzten, die unentgeltlich vor Ort arbeiten, um Missstände zu beheben – besonders in Apulien aktiv