Hochötz - Österreich
Wie alles begann
Anfangs war es nur eine Schnapsidee, dann setzte sie sich fest und schließlich wurde es Realität: Unser Vereinstreffen 2008
fand in Österreich 2000 m über dem Meeresspiegel auf einer alten Alm mitten in den Alpen statt, auf der 'Alten Kühtaile'
oberhalb des Ötztals. Und genauso besonders wie der Ort, an dem es statt fand, sollte das Treffen dann auch werden - ein
Vereinstreffen der absoluten Extraklasse.
Damit sich die für viele weite Anfahrt lohnte, machten wir für das adopTiere-Team ein verlängertes Wochenende daraus,
an dem neben viel 'Networking' und Kennenlernen auch verschiedene Veranstaltungen geplant waren. Und sämtliche 'angehörenden'
Zwei- und Vierbeiner unser Teammitglieder waren natürlich herzlich mit eingeladen. Obwohl die Unterbringung auf der Hütte eher
spartanisch zu werden versprach, waren alle von der Idee begeistert und sogar Charlotte und Karin machten sich auf den langen Weg aus
Italien, um das Beisammensein nicht zu verpassen.
Letztendlich platzte die kleine Almhütte unter dem Ansturm fast aus allen Nähten: insgesamt 20 Menschen - groß und
klein - und 15 Hunde aller Altersstufen teilten sich die 15 Betten und den Fußboden. Und auch wenn diese Voraussetzungen eher
das Gegenteil zu versprechen schienen, wurden die 4 Tage für alle von uns zu einem so wundervollen Erlebnis, dass das
Auseinandergehen am Ende schwer fiel.
Freitag - Anreise
Die Anreise musste am Freitag bis 15 Uhr erfolgen, da wir nur mit der Gondel an unser Ziel gelangen konnten (den mehrstündigen
Fußmarsch wollte letztendlich doch keiner auf sich nehmen) und die letzte Möglichkeit, zu fahren, bestand gegen halb vier
Uhr nachmittags. Einige von uns hatten morgens schon Wagenladungen voll Lebensmittel eingekauft und auf die Hütte geschafft und
ab mittags trudelten dann nach und nach die einzelnen Familien in Sautens ein, von wo aus sie zur Gondel geschafft und mit einer
Wegbeschreibung für den anschließenden Fußmarsch versehen wurden. Für zwei Autos hatten wir die Genehmigung,
den Privatweg zur Alm zu benutzen, so dass wir für das Gepäck einen Shuttleservice anbieten konnten.
Oben auf der Hütte wurde mittlerweile schon der Grill angezündet, um die Ankommenden baldmöglichst mit Essen versorgen
zu können. Und kurz nachdem die letzte Gondel die Talfahrt angetreten hatte, tummelten sich große und kleine, zwei- und
vierbeinige
adopTierler auf der großen Holzterrasse vor der Hütte und aus allen Ecken klang 'Hallo, wie schön
dich wieder zu sehen' oder 'Ach duuu bist das, klasse dich endlich persönlich kennenzulernen!'.
Besonders faszinierend war, dass wir die gesamte Bergwelt nach 16 Uhr für uns allein hatten, da alle Tagestouristen mit der
letzten Gondel die Alm wieder verließen. Das bedeutete grenzenlose Freiheit für die Hunde, die das auch nutzten und wie
selbstverständlich die Gegend rund um die Hütte zu ihrer persönlichen Spielwiese erklärten - die sie allerdings
mit den freilaufenden Rindern, Pferden, Schafen und Ziegen teilen mussten. Aber keiner der Hunde benahm sich daneben und so konnten
wir sie bedenkenlos laufen lassen. Sogar die beiden frisch mit Charlotte und Karin angereisten Canalba-Hunde Merlin und Cherie
integrierten sich nahtlos in die für sie völlig ungewohnte Situation.

Der Abend verging dann auch bei Essen, italienischem Wein und guten Gesprächen wie im Flug. Die Hunde machten es sich - nachdem
sie ausgetobt hatten - in unserer Mitte auf Fellen gemütlich und genauso unkompliziert wie das Zusammensein der Menschen
gestaltete sich auch ihr Umgang miteinander. Ein Lagerfeuer sorgte trotz der einsetzenden Kälte für die richtige
Betriebstemperatur und die letzten von uns fanden erst in den frühen Morgenstunden ins Bett oder den Schlafsack.

Samstag - Erlebnistag
Der nächste Tag fing mit einem wunderschönen Sonnenaufgang an und wurde - nach einem ausgiebigen Frühstück - mit
einer geführten Hunde-Wanderung über den
Besinnungsweg zur
alten Bielefelder Hütte fortgesetzt. 'Mit allen Sinnen wandern' verhieß die Beschreibung des Weges und das war nicht zu
viel versprochen. Denn neben den acht Stationen der inneren Einkehr warteten dort oben auf uns auch kunstvoll aufgetürmte
Steinmanderl, wunderbar klare Luft, ein umwerfendes Panorama, das Gefühl von grenzenloser Freiheit und eine Fernsicht, die
gefühlt an der Adria endete.
Von der alten Bielefelder Hütte stiegen die 'Bergsteiger' zur Acherbergalm ab und trafen dort auf die 'Wanderer', denen der Aufstieg
zu anstrengend gewesen war und die den gemütlichen Forstweg zu unserem Kaffeetreffpunkt vorgezogen hatten. Zurück auf der
Kühtaile musste der Grill sofort wieder herhalten, denn die Wanderung hatte alle so hungrig gemacht, dass wir es nicht mehr bis
zum Abendessen aushalten konnten.


Anschließend gab es eine Einführung in die Grundzüge der animal-learn-Schule mit praktischen Ansätzen für
unsere eigenen Hunde. Den Übungsplatz auf der Wiese neben der Almhütte machten uns aber bald die dort frei lebenden
Kühe streitig. Sie fanden das Thema offensichtlich genauso spannend, wie wir Zugereisten, beließen es allerdings nicht
beim ruhigen Zuhören in der zweiten Reihe sondern drängelten, um den einen oder anderen von uns von den besseren Plätzen
zu vertreiben. Na ja, vielleicht wollten sie auch nur gekrault werden oder etwas von den Leckerlis abbekommen, die zu solch einer
Hundeübung gehören, so genau war das nicht auszumachen. Lachend überließen wir ihnen schließlich das
Grünland und machten auf dem Weg weiter - ein Terrain das für sie anscheinend nicht halb so spannend war. Zumindest
ließen sie uns dort in Ruhe.
Auch dieser Abend klang am Lagerfeuer aus, das (später dann sogar Tag und Nacht) von den großen und kleinen
männlichen Kindern begeistert in Gang gehalten wurde.
Sonntag - Vereinstreffen
Am Sonntag verließ uns ein wenig der bisher so wohlgesonnene Wettergott, denn als wir morgens aufwachten, hing dichter Nebel
über dem Berg und leichter Nieselregen hatte schon in den frühen Morgenstunden unsere 'Terrassenschläfer' unter das
schützende Saunadach vertrieben. Das machte allerdings auch nicht sehr viel, denn für diesen Tag war die Vereinsversammlung
geplant und die hielten wir dann einfach in der Hütte statt auf der Terrasse ab. Der Tag wurde dann sogar wider Erwarten zu kurz
um alles zu berichten, zu besprechen und zu entscheiden. Gegen 16 Uhr brachen wir den offiziellen Teil des Vereinstreffens dann ab,
waren mit den Ergebnissen aber trotzdem rundherum zufrieden. Die ersten verabschiedeten sich und eilten zur letzten Gondel, weil sie
noch am selben Abend nach Hause mussten. An diesem Abend gönnten wir uns ein wenig Wohlstand und gingen zünftig auf einer
benachbarten Hütte essen.
Montag - Ciao Kühtaile!
Am nächsten Morgen nach einem letzten gemeinsamen Frühstück, begann dann der große Aufbruch. Bis auf wenige, die
die 'Nachsorge' der Hütte übernahmen, wurden Menschen, Hunde und Material per Gondel und Auto wieder ins Tal verfrachtet
und fuhren mit einem Blick zurück in alle Himmelsrichtungen auseinander: Schön war es gewesen.
Rückblick
Das Vereinstreffen 2008 war rundherum einfach nur schön. Die 4 Tage waren geprägt von Harmonie, Miteinander, Spaß,
Frohsinn, Lernen, Verständigung, Gemeinschaft, sehr viel guter Energie, Verständnis und starker Zusammengehörigkeit.
Zweibeiner zwischen wenigen Monaten und über 60 Jahren vertrugen sich genauso blendend wie Hunde aller Größen,
Altersklassen und Charaktere. Ideen wurden geboren und ausdiskutiert, Erfahrungen getauscht, Miteinander gelebt. Am Abend fuhr
die letzte abfahrende Gondel alle anderen Bergsteiger ins Tal hinab und überließ uns und den Tieren den von Sternen
gekrönten Berggipfel in wundervoller Einsamkeit.
Der Aufwand hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt, auch wenn die Anreise teils sehr weit war. Das Zusammengehörigkeitsgefühl
wuchs gewaltig, Barrieren wurden abgebaut und Nähe fing an zu keimen. Wir kamen zusammen als ein motiviertes Team von
unterschiedlichen Tierschützern, auseinander gingen wir als Freunde. Und in der Hoffnung, dass das Vereinstreffen 2009
genauso schön werden möge, wie es das 2008er war.








