29. April 2010
Frühjahrszecken besonders gefährlich
Fast jeder Tierarzt in Deutschland hat schon einmal Borreliose bei einem Hund diagnostiziert. Aber auch die durch die
Auwaldzecke übertragene Babesiose tritt in Deutschland immer häufiger auf. Darauf lassen die Ergebnisse zweier
Tierarztbefragungen schließen, die Bayer Vital im Abstand von zwei Jahren zur klinischen Relevanz von parasitenübertragenen
Erkrankungen des Hundes (Canine Vector-Borne Diseases, CVBD) durchgeführt hat. Die nächste Wiederholung der Befragung ist
zum Saisonende 2010 geplant.
Der bisherige Trend ist eindeutig: Viele Tierärzte sehen eine Zunahme der Krankheitsfälle. So lag der Anteil der befragten
109 Tierärzte, die im Jahr 2008 durch blutsaugende Parasiten übertragene Krankheiten selbst diagnostiziert haben,
bei 90 Prozent für Borreliose (2006: 87 Prozent), 64 Prozent für
Leishmaniose (53 Prozent), 42 Prozent für
Babesiose
und
Ehrlichiose (37 bzw. 41 Prozent) sowie 16 Prozent
für die
Herzwurmerkrankung (15 Prozent).
Im Gegensatz zu Borreliose und Babesiose kommen Leishmaniose (Überträger: Sandmücken), Ehrlichiose (Überträger:
Braune Hundezecke) und Herzwurm-Erkrankung (Überträger: Stechmücken) vor allem in Südeuropa vor. Sie gelangen durch
Urlaubsreisen mit dem Hund oder den Import von Tieren aus diesen Regionen nach Deutschland.
Obwohl die Borreliose 2008 am häufigsten auftrat, stuften 50 Prozent der befragten Tierärzte die Babesiose als problematischste
CVBD-Erkrankung ein. Der Erreger, ein nicht-bakterieller Einzeller namens Babesia canis, befällt die roten Blutkörperchen,
vermehrt sich in ihnen und zerstört sie. Im Verlauf der Krankheit kann es zu Blutarmut und Fieber kommen, später zu Gelbsucht
und lebensbedrohlichem Organversagen. Von den 92 in der Umfrage dokumentierten Babesiose-Fällen verliefen acht (9%)
tödlich. Die Babesiose erscheint den Tierärzten unter anderem deshalb so gefährlich, weil sich der Überträger,
die Auwaldzecke, relativ schnell in Deutschland verbreitet hat. Inzwischen wird die Zeckenart vor allem in Süddeutschland, entlang
des Rheins und in Brandenburg gefunden. Zudem gibt es in Deutschland weder eine Impfung gegen Babesiose noch ein zugelassenes Medikament
zur Behandlung.
Umso dringlicher raten Tierärzte zur Prävention. Für 95 Prozent der befragten Tierärzte heißt Prävention
neben bestimmten Verhaltensmaßnahmen vor allem die Bekämpfung der Überträgerparasiten. Dr. Regina Thomas empfiehlt
spätestens ab März die regelmäßige Anwendung eines repellierenden Parasitenmittels, das Zecken abschreckt und
tötet, bevor sie stechen können. „Wenn die Zecke nicht zum Saugen kommt, können auch keine Krankheitserreger ins
Blut des Hundes übertragen werden”, erläutert die Tierärztin. Das ideale Mittel wirke zudem nicht nur gegen
Zecken, sondern gegen alle relevanten Blutsauger, wie Zecken, Mücken, Flöhe und Stechfliegen.
Weitere Informationen für Tierhalter zum Thema Parasiten von Hund und Katze gibt es unter
www.parasitenfrei.de
Quelle: Bayer Vital
© Jens Bredehorn, Pixelio