Umfassende Undercover Recherche auf deutschen Pelzfarmen |
10. Mai 2007 |
Mit Fotoapparat und Videokamera haben Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüros ein Dutzend Nerzfarmen
sowie zwei Fuchsfarmen besucht, um die dortigen Zustände zu dokumentieren. Über 20.000 Kilometer
wurden in den letzten Monaten für diese außergewöhnliche und umfassende Dokumentation
zurückgelegt. Heimlich versteht sich, denn die Pelzindustrie lässt sich nicht gern in die Karten
schauen. In einer Pelzfarm in Rahden/NRW wurde es brenzlig: Das Filmteam ist von einem Farmer attackiert worden,
dabei wurde die Kamera zerstört. Ein Bericht von Thomas Wegteck, Deutsches Tierschutzbüro:
Die Frau von Welt trägt wieder Pelz und zeigt gern, was sie hat. Die Pelzindustrie reibt sich die Hände,
denn die mageren Jahre sind vorbei, in der Kasse klingeln Milliarden. Jedes Jahr werden weltweit über 30
Millionen Tiere getötet, allein um die deutsche Pelzlust zu befriedigen. Besonders gefragt sind nach wie
vor Nerze - auf Zuchtfarmen fristen sie ein kurzes und qualvolles Leben. Eingepfercht in engen Drahtkäfigen
warten sie auf die Vergasung oder zerfleischen sich aus Langweile gegenseitig.
Artgerechte Haltung: Fehlanzeige. Das blutige Geschäft mit den Pelztieren!
Das Undercover-Rechercheteam des Deutschen Tierschutzbüros hat in den vergangenen Monaten über 15
sogenannte Pelztierfarmen besucht. Immer dabei: Videokamera und Fotoapparat.
Bei Filmarbeiten fanden die Aktivisten viele Tiere mit Bisswunden, ganz offensichtlich wurden die Tiere nicht
tierärztlich behandelt. Der Kot türmte sich in den Käfigen. Die Nerze müssen in ihrem eigenen
Unrat leben.
Die Enge in solchen Pelztierfarmen führt zu artfremdem Verhalten wie Kannibalismus, das heißt,
dass sich die Tiere gegenseitig zerfleischen. Die Monotonie in den engen Käfigen macht die Tiere wahnsinnig,
sie laufen nur noch im Kreis. Stereotypes Verhalten ist zu beobachten. Daran sind ausschließlich die
Haltungsbedingungen auf den Farmen schuld.
Vor ein paar Jahren wurde das Thema Pelz noch viel sensibler gehandhabt. Starmodels ließen alle Hüllen
für Antipelzkampagnen fallen. Mit Slogans wie "Lieber nackt als mit Pelz" posierten sie für
die großen Mode-Magazine, "anti-Pelz" war in. Auch die groß angelegten Öffentlichkeitsaktionen
von Tierschutzorganisationen führten dazu, dass die Umsätze der Pelzindustrie einbrachen. Doch das ist
heute alles vergessen. Mit millionenschweren PR-Kampagnen hat sich die Pelzindustrie selbst ein positives Image erschaffen.
Pseudogutachten von gut bezahlten Wissenschaftlern helfen, das öffentliche Bild von Pelzfarmen zu schönen.
Kritische Medienvertreter dürfen nur mit der PR-Sprecherin des Deutschen Pelzinstituts, Frau Kolb-Wachtel, sprechen.
Sie ist Juristin und verklagt jeden, der sich negativ über deutsche Pelzfarmen äußert.
Gelegentlich werden ausgewählte Journalisten auf Nerzfarmen eingeladen. Diese werden vorher natürlich entsprechend
vorzeigbar gemacht. Tagelang wird gründlich sauber gemacht. Alle Käfige werden gereinigt, tote Tiere werden
entsorgt, es wird genau hingeschaut, denn das "neue", positive Image soll durch nichts und niemanden
geschädigt werden. Auch solch eine Reinigungsaktion konnte das Deutsche Tierschutzbüro unentdeckt bei einer
Nerzfarm in Gütersloh dokumentieren.
Topmodels wie Naomi Campbell, die sich vor ein paar Jahren noch gegen Pelz ausgesprochen haben, tragen dank der
Geschicklichkeit der Lobbyisten wieder Pelz. Auch die moderne und interaktive Website des Deutschen Pelzinstituts versucht,
ein positives Bild der Pelztierzucht in Deutschenland zu vermitteln. So heißt es auf der Homepage
Zitat: "Pelztierzüchter zeichnen sich durch Bereitschaft und Freude am Umgang mit ihren Tieren aus", und
weiter: "Ziel der Pelztierzucht ist das Wohlbefinden der Tiere". Doch die Realität sieht anders aus:
Kannibalismus, neurotisches Verhalten, unbehandelte Bisswunden und Infektionen sind Alltag in deutschen Pelzfarmen.
Doch davon wollen die Lobbyisten natürlich nichts wissen.
Kürzlich bezog die PR-Sprecherin der Deutschen Pelzfarmer, Fr. Susanne Kolb-Wachtel, in einer ARD-Sendung Stellung.
Zitat: "Ich kenne alle Pelzfarmen in Deutschland und, glauben Sie mir, den Tieren geht es hervorragend."
Weiter beteuert sie, "den Tieren geht es wirklich gut." Doch hier irrt sich die PR-Sprecherin.
Nicht ohne Grund befinden sich Pelzfarmen versteckt in Wäldern hinter hohen Mauern und Zäunen. Zusätzlich
sind die Anlagen mit der neuesten Technik gegen neugierige Blicke gesichert. Aber auch die Farmer selbst wissen genau,
wie man mit lästigen "Besuchern" umzugehen hat, wie die Filmemacher es bei einer Nerzfarm in Rahden/NRW
erleben durften. Nachdem sie bemerkt wurden, sind sie von einem Pelzfarmer brutal attackiert worden. Dabei wurde die
Filmkamera vollständig zerstört. Authentische Videoaufnahmen trüben das "positive Bild" von
Pelzfarmen und um dies zu verhindern, ist den Pelzfarmern scheinbar jedes Mittel recht. Die Devise in diesem Fall
heißt wohl "Zuschlagen und verstören". Letzteres ist dem Pelzfarmer in diesem Fall allerdings
nicht gelungen, die Videokamera wurde zwar zerstört, nicht aber das sich darin befindliche Videoband. Und so ist
in der Videodokumentation "Die Pelzfarm" deutlich zu sehen, was einem Filmteam blüht, wenn es unangemeldet
bei einer Pelzfarm auftaucht.
Über die außergewöhnliche und umfassende Videodokumentation "Die Pelzfarm" haben bereits
diverse Medien und TV-Sender berichtet, so etwas RTL, VOX und SAT.1 im Rahmen ihrer Hauptnachrichten. Die Dokumentation
ist als DVD oder VHS-Kassette für einen Unkostenbeitrag von 14,99 € (plus Versandkosten) unter
www.tierschutz-videos.de bzw.
per Tel.: 0228-2999967 bestellen. Wer bei der Bestellung den Rabattcode "ztbh487" angibt, erhält 10% Rabatt
auf das Video.